Leben in Gemeinschaft

spirituell, ökologisch und sozial.

Unser Dorf Seifen

57537 Forst-Seifen, 70 km östlich von Köln.

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Miteinander von jung und alt

Ökologischer Gartenbau

Unsere Bienen

Wissenschaft vom Bewusstsein

Fleischlos beim himmlischen Hochzeitsmahl

Abt Christian Haidinger OSB, Sift Altenburg(NÖ)

Vegetarier zu sein ist heute nichts Besonderes mehr; vegetarische Kost findet sich heute auf jeder Speisekarte. Wenn ich allerdings einige Jahrzehnte zurückdenke, da bin ich oftmals großem Unverständnis begegnet, auch in der eigenen Famile.

Warum ich Vegetarier bin? Da kann ich kein großartiges Bekenntnis ablegen, ich weiß es nicht. Obwohl in einer bäuerlichen Familie aufgewachsen, wo es außer am Freitag – Fasttag – eigentlich immer Fleisch gab, empfand ich von klein auf eine große Abneigung gegenüber allem „Fleischlichen“. Vegetarische Kost bekam ich nicht, ich aß einfach, was mir schmeckte: Salat, Nudeln, Knödel, Reis, Salat… – und viel Brot und Käse! Gehungert habe ich nie, gefehlt hat mir auch nie etwas.

Geändert hat sich im Laufe der Jahrzehnte nur, dass es inzwischen auch eine Vielfalt vegetarischer Schmankerl gibt! Und gewiss auch einmal beim himmlischen Hochzeitsmahl!

Es ist aus religiösen und ethischen Gründen verpflichtend

Rabbiner David Rosen, Jerusalem

Die Bedingungen, unter denen Vieh heute gehalten und verarbeitet wird, sind ein direkter Verstoß gegen das biblische Verbot der Tierquälerei – abgesehen von der Erlaubnis des Schlachtens für menschliche Bedürfnisse. Die Hormone und Antibiotika, die in die Tiere als Teil der modernen industriellen Landwirtschaft gepumpt werden, und die Ansammlung von Giften am Ende der Nahrungskette machen Fleischkonsum ungesund und gefährlich. Das widerspricht der biblischen Anordnung, „auf sich selbst zu achten“. Die Bibel macht klar, dass das Essen von Fleisch ein Zugeständnis an die menschliche Schwachheit nach dem Sündenfall und der Flut ist. Mittelalterliche und moderne Rabbiner haben festgestellt, dass das messianische Zeitalter ein vegetarisches sein wird. Und sie haben zu solch einem Lebensstil auch schon in unserer unerlösten Welt ermutigt.

Früher war es vielleicht notwendig, Fleisch zu essen, um sich ausgewogen zu ernähren. Heute können wir in entwickelten Gesellschaften alle notwendigen Nährstoffe auch durch vegetarische Ernährung erhalten. Die Umweltkosten des menschlichen Fleischkonsums sind heute unhaltbar und demgemäß unmoralisch. Der Betrag von verschwendetem Wasser, von zerstörtem Regenwald usw. ist zehn Mal größer als der Bedarf für vegetarische Ernährung.

Zusammenfassend: Wenn wir eine gesunde, nahrhafte und angenehme Ernährung ohne das Töten von tierischem Leben haben können, ohne Teil solch zerstörerischer Aktivität, die den Planeten bedroht und Armut verschlimmert, zu sein, ist es aus religiösen und ethischen Gründen verpflichtend, danach zu handeln.