Leben in Gemeinschaft

spirituell, ökologisch und sozial.

Seifen

Unser Dorf Seifen

57537 Forst-Seifen, 70 km östlich von Köln.

Kapelle und RundbeetKapelle und Rundbeet

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David und EnoDavid und Eno

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Miteinander von jung und alt

Rundbeet

Ökologischer Gartenbau

Unsere Bienen

Wissenschaft vom Bewusstsein

Die Gartenanlage

Die theoretische Beschäftigung mit Natur- und Geisteswissenschaft im »Seifener Modell« findet ihre praktische Entsprechung in einer schlichten aber liebevoll gestalteten Grünanlage. »Laßt uns in den Garten gehen, dort läßt sich besser denken«, soll Sokrates gesagt haben. Dort läßt sich nicht nur besser denken, sondern im Sommer auch besser leben. Das Hegen und Pflegen der Anlagen macht Spaß. Ungespritztes Gemüse ist gesünder. Regenwurm und Mulchen (Abdeckung mit einer Grasschicht) sorgen dabei für besten Humus. Die Natur ist ein einziges Wunder. Deshalb liegt uns der Erhalt der Artenvielfalt sehr am Herzen. Ob es sich um die vielen Wildblumen handelt, die hier wachsen und gedeihen, oder was an Kleinstlebewesen am Boden kreucht und fleucht, alles Lebendige will leben, will sein dürfen. Eine Gartenanlage muß nicht teuer sein. Mit Wurzeln und Steinen läßt sich viel Schönes gestalten. Alles was wir gerne tun, mit Liebe tun, wird schön und freut sich mit uns.

In unserem Rundbeet werden die Setzlinge so angepflanzt, daß sich ein perfektes, mehrfarbiges Muster ergibt. Klarheit und Struktur im Denken und im Bewußtsein setzt sich auf diese Weise fort bis ins Physisch-Materielle. Im Gegensatz zu den oberen Beeten, wo Permakultur betrieben wird und alles durcheinander wachsen darf. Der Garten des Vereins bietet viele lauschige Ecken, in denen ungestört kontempliert bzw. rege diskutiert werden kann.

Die Natur ist ein hochintelligenter vernetzter Organismus. Alles ist genau aufeinander abgestimmt und wir begegnen diesem sensiblen Gefüge mit großem Respekt. Wir wollen das Schöne erhalten und freuen uns, alles in richtiger Weise hegen und pflegen zu können. Das spüren die Menschen, die hierher kommen und vielleicht besteht darin der Zauber dieses Fleckchens Erde, von dem so viele Besucher immer wieder berichten.

Eine kleine hauseigene Kapelle dient als Ort des Rückzugs – auch für Menschen aus anderen Kulturen. Natur und Kultur in harmonischem Miteinander. Wie von Zauberhand geschaffen liegt inmitten des hügeligen Holperbachtales ein Garten besonderer Art. Sigrid Beckmann-Lamb, Gründerin und Leiterin der Bildungseinrichtung Bildung und Mensch e.V. hat auf ihrem Anwesen eine ehemalige Weidefläche für Schafe in liebevoller Gestaltung und in harmonischem Einklang mit den Rhythmen der Natur zu einem ausnehmend idyllischen Fleckchen Erde gemacht. Vor fast dreißig Jahren fasste Frau Beckmann-Lamb den Entschluss, das damals unscheinbare Stückchen Land samt der dazugehörigen alten Schule, der heutigen Bildungseinrichtung, zu erwerben.

Der Prozess der Urbarmachung begann. In tiefem Respekt vor den gestaltenden Kräften der Natur hat sie sich entschlossen, in diesem Garten der Natur ihren eigenen Raum zu belassen. Und dennoch kommen die Kultivierung und Gestaltung von Menschenhand nicht zu kurz. Wer den Park in den Frühlings- und Sommermonaten besucht, wird Zeuge einer sehr seltenen Synthese zwischen vollkommen unberührten Wiesenflächen, liebevoll gestalteten und jahreszeitlich wechselnden Teich- und Pflanzenarrangements sowie ökologisch genutzten Anbauflächen.

Die Eingangsschwelle zum Park, der auf zwei Ebenen liegt, bildet ein als Mandala gestaltetes Rundbeet. Dreierlei Salatsorten, Schnittlauch,
Kohlrabi, Zitronenmelisse und andere Kräuter bilden hier ein Gesamtkunstwerk, das seinesgleichen sucht. Die Anordnung in vier
Quadranten mag je nach Einstellung des Betrachters die vier Jahreszeiten, die vier Himmelsrichtungen oder auch die vier Ecken der
Erde widerspiegeln. Ein begehbares Kreuz unterteilt das Rund des Mandalas in eine geometrische Form.

Dahinter schließt sich eine weitläufige Rasenfläche mit zwei Bank- und Tischsitzgruppen an. »Menschliches« Terrain stellt auch die zweite Ebene, die oberhalb des Salatmandalas über einige steinerne Stufen begehbar ist, dar. Auf zwei größeren rechteckigen Flächen wachsen Kartoffeln, Pastinaken, Kürbisse, Tomaten und andere Gemüsesorten in trauter Eintracht. Gleichermaßen bequeme wie ästhetische Sitzgelegenheiten aus dunkel-rötlichem Holz laden vor einer unberührten Busch- und Wiesenfläche im hinteren Teil des oberen Anbaugebietes zum Verweilen ein. In einiger Entfernung steht ein Gartenhäuschen an der Grenze des Rasens, der die Anbauflächen weitläufig umspannt. Die Kompostecke liegt versteckt und dennoch gut zugänglich unter ausladendem Baumgeäst.

Hinter dem Mandala am Garteneingang eröffnet sich dem Besucher die Eintrittspforte in den eigentlichen Park. Die Abschüssigkeit des Geländes mag die Gestalterin im Hinblick auf die Gartenarchitektur vor nicht unerhebliche Probleme gestellt haben. Hügel aufwärts hat man Zugang zu einer großzügig angelegten Sitzfläche auf einem von Holzbänken mit schmiedeeiserner Verzierung eingefassten Rundplatz. Sobald es das Wetter zulässt, wird hier  getagt, diskutiert, gelacht, geschwiegen und für das leibliche Wohl gesorgt.

Auch hier vereinen sich Ästhetik und Funktionalität: Der Rundplatz wird von großen, schattenspendenden Bäumen überragt, in welchen auffallend viele Singvögel ihr heimatliches Domizil gefunden haben. Auch die Sonnenanbeter kommen auf ihre Kosten: Wer die Sonne in ihrer vollen Strahlkraft genießen will, kann sich auf eine über eine schmale Steinstiege erreichbare Rasenfläche begeben. Komfortable Liegestühle unter einem ausladenden Sonnenschirm machen einem Aufenthalt in südlichen Gefilden echte Konkurrenz. Wenn die Seele einmal vom Alltag Pause macht, lässt sich auch das Auge gerne verwöhnen: Immer wieder überraschen den Betrachter die Anmut und der erlesene Geschmack im Gesamtarrangement. In diesem Garten haben die Gesichtspunkte der Ästhetik und Harmonie Pate vor allen praktischen Erwägungen gestanden. Hinter der Sitzecke und dem Ruheplatz wartet ein weiteres künstlerisches Element: Eine geschickt als Blickfang platzierte Prisma-Stele reflektiert das einfallende Sonnenlicht in allen Farben des Spektrums.

Hat der Besucher Stele und Ruheplatz hinter sich gelassen, gelangt er wahlweise auf zwei unterschiedlichen Pfaden in den hinteren, eher verwunschenen Teil des Parks. Auffallend große, unberührte Wiesenflächen säumen die Wege zur Mitte hin. Wer genauer hinschaut, erlebt hier eine rege besuchte Tummelfläche für eine große Artenvielfalt an Schmetterlingen, Libellen, Bienen und anderen Insekten. Auch die Vielfalt der hier ansässigen Flora überrascht in jedem Jahr aufs Neue. In diesem Jahr haben Margeriten, die auf Inseln inmitten der Wege erblühen, ihre Hoch-Zeit.

Hochgewachsene Büsche und Bäume runden den gesamten Park schutz- und schattenspendend gegen die Außenwelt ab. Bänke bieten allerorten die Gelegenheit, die Idylle der Schönheit und Ruhe auf sich wirken zu lassen. Die auffallende Stille im Außen mag sich vielleicht in einer Beruhigung von Gedanken- und Gemütsbewegungen widerspiegeln. Schon manch einem sollen in diesen elysischen Gefilden Erkenntnisse und Eingebungen zuteil geworden sein.

Zwei Teiche laden insbesondere dazu ein, sich auf den gemütlichen Bänken in ihrer Nähe niederzulassen. Über einem neu angelegten, oberen Teich überschattet je nach Jahreszeit Rhododendron Osterglocken und hochstielige gelbe Wasserlilien. Das Wasser selbst ist von einem doppelten Steinkreis eingefasst. Wasser und (Wasser-)Pflanzen haben hier zu einem harmonisch abgerundeten Miteinander gefunden.

Ein zweiter Teich liegt als Herzstück des Gartens etwas unterhalb der Wiesenflächen im hinteren Terrain. Frösche und Wasserschlangen haben sich in den Gewässern angesiedelt. Auch andere Lebewesen fühlen sich im Park, auf der ehemaligen Schafsweide wohl: Im Garten äsen Rehe, hausen mitunter Biber und – nicht immer erwünschte – Maulwürfe.

Auch hier bietet sich eine vielleicht willkommene Gelegenheit zur Einkehr. Fast werden Gestalten aus dem Fabelreich wieder in der Phantasie lebendig. Viele Menschen sind sich darin einig, dass die Umgebung dieses Teichs ein besonderes Refugium der Stille bietet. Diesen hinteren, etwas abseits gelegenen Teich umsäumen als Sitzgelegenheiten nutzbare Holzblöcke. Eine unterhalb gelegene Bank bietet dem Besucher wiederum eine neue Perspektive, einen Blick auf die Wiesenflächen des Gartens. Dieser Ort gilt »Kennern« des Parks als kraftvoller Platz, und tatsächlich wartet er mit dem Gefühl der Geborgenheit, des Zu-sich-selbst-Kommens, auf.

In der sommerlichen Jahreszeit ist der Teich dicht von schilfartigem Gewächs umrankt, hellviolette Blütenköpfe bieten einen willkommenen Blickfang im abgerundeten Gesamtbild des Teicharrangements. Die gelbe Blüteneinfassung des oberen Teichs findet im hier auftauchenden Violett ihr natürliches Pendant im Farbenkreis.

Ein drittes Gewässer liegt sehr versteckt auf dem Rückweg des Rundgangs, falls der Besucher des Gartens seine »Begehung« von oben aufgerollt hat. Eine unter einem dicht überwölbten Laubdach stehende Bank erinnert an die lauschigen Verstecke, die Kinder zum Spiel oder Rückzug aufsuchen. Wer bisher noch nicht des von Rosen umgarnten Springbrunnens ansichtig geworden ist, mag ihn nun von weitem inmitten der Wiesenfläche bewundern. Der »Rosenbrunnen« ist nämlich von jenem Wiesenwildwuchs umgeben, der zum Schutz der hier ansässigen Flora und Fauna nicht betreten werden darf. Der Rückweg führt zwischen hohen Nadelbäumen hindurch und lässt den Blick auf das heute als Bildungseinrichtung und Seminargebäude genutzte Schulhaus frei. Mit roten Schleifen verzierte Blumenkästen blinken aus dem Backsteingebäude und ziehen unwillkürlich den Blick auf sich. Göttin Flora lässt grüßen.