Leben in Gemeinschaft

spirituell, ökologisch und sozial.

Seifen

Unser Dorf Seifen

57537 Forst-Seifen, 70 km östlich von Köln.

Kapelle und RundbeetKapelle und Rundbeet

Wir wollen mehr!

FamilienlebenFamilienleben

Was wirklich zählt!

David und EnoDavid und Eno

Kinder sind kostbar!

Miteinander von jung und alt

Rundbeet

Ökologischer Gartenbau

Unsere Bienen

Wissenschaft vom Bewusstsein

Leben ist kostbar

Sigrid Beckmann-Lamb

Es ist tröstlich, dass wir als Menschen in der Lage sind, aus Erfahrungen Einsichten zu gewinnen und entsprechende Korrekturen vornehmen können – für mehr Menschlichkeit und ein verbessertes Miteinander. Dennoch scheint mir, dass sich die gegenteiligen Strömungen ebenfalls verstärken. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Genforschung frankensteinschen Ausmaßes, um Laborversuche an lebenden menschlichen Embryonen (siehe Schneeflockenbabies), um fragwürdige Tierversuche, wachsende Gewalt an Schulen oder steigende radikale Tendenzen handelt. Die Verrohung und Entmenschlichung ist die gleiche…

Das Niveau unseres Fernsehens verflacht in erschreckendem Maße – von etlichen ausgezeichneten Natur- und Dokumentationssendungen abgesehen. Rüder Umgangston in Interviews ist gefragt und Sex ohne Liebe wird als normal hingestellt. Gewisse Frauenärzte rühmen sich der Abtreibung in meditativer Atmosphäre…

Wie im Kleinen, so im Großen: Zur Zeit befinden sich etwa 35 Nationen im Krieg bzw. in kriegsähnlichem Zustand. Angst, Hunger und Verfolgung sind an der Tagesordnung. Grölend werden ethnische „Säuberungen“ durchgeführt. Ist der Mensch immer noch schlimmer als das Tier?

Was ist es, das uns so handeln lässt? Welcher Ungeist vergiftet unsere Hirne und schürt Zwietracht in den Herzen? Vor kurzem sah ich erneut den Film „Schindlers Liste“. Der dort gezeigte Frevel an menschlichem Leben ist aufgrund seiner organisatorischen Perfektion sicherlich einzigartig. Wenn wir jedoch in die Menschheitsgeschichte zurückblicken, müssen wir erkennen, dass Wahn und damit verbundene Schändung von Leben eine lange Tradition hat: siehe Nero, Kreuzzüge, Kolonialisierung, Sklavenhaltung etc.

Immer wieder finden Minderheiten und Andersartige den grauenvollen Tod – bis in die Jetztzeit hinein. Mal wird sogenanntes minderwertiges Leben vernichtet, mal ist es das sogenannte Höherwertige (Aristokratie, Klerus etc.), dem man die Daseinsberechtigung  entzieht. Wann wird dieser Kampf ein Ende finden? Was hindert uns, miteinander statt gegeneinander zu handeln? Wer oder was hindert uns daran, die Gleichwertigkeit allen Lebens zu erkennen und entsprechend zu handeln? Warum erfinden wir ständig neue, nutzlose Dinge, anstatt erst einmal für das Lebensnotwendige zu sorgen?

Was nutzt uns ein kostspieliges Raumfahrtprogramm, solange es Kinder gibt, die nicht genügend zu essen haben? Wir wollen wissen, ob es Leben auf anderen Planeten gibt – was haben wir davon, solange das Leben hier auf der Erde verkümmert? Die Welt ist aus den Fugen geraten, taumelt von einer kopflosen Reaktion in die nächste. Aber – Gott sei Dank – gibt es auch die gegenteilige Entwicklung: Gemeinden und Vereine fangen an, eigenverantwortlich zu handeln. Initiativen der Menschlichkeit mit kooperativem Bewusstsein betonen die Einheit des Lebens und setzen sich ein, wo sie gebraucht werden.

Leben ist so kostbar! Das zeigt sich in dieser Jahreszeit besonders deutlich. Alles blüht um die Wette, drängt zum Licht, will wachsen und gedeihen. Jedes Blatt, jede Pflanze, überhaupt jedes Geschöpf ist absolut einmalig und wird in dieser Form nicht wiederkehren…  Doch wie wenig gelten heute Körper in jedweder Form. Körper verstanden im Sinne eines Gefäßes für Geist und Seele, die sich durch sie zum Ausdruck bringen. Wir leben in einer „Ex-und-Hopp-Gesellschaft“, in der alles auf Sachlichkeit, Zweckmäßigkeit und Effektivität reduziert wird. Es herrscht das Zeitalter der großen Entseelung! Dabei wäre es so nötig, der Seele, also dem, was sowohl Denken als auch Fühlen in sich vereint, mehr Raum zu geben. Nur ein umsichtiges, ganzheitliches Planen und Handeln kann uns aus der derzeitigen weltweiten Talfahrt herausführen.

Wenn das Denkvermögen eines Menschen fähig wird, über rein durch Analyse gewonnene Teilerkenntnis hinauszugehen und sie dergestalt in größere Gesamtzusammenhänge einzuordnen, dass sie nicht nur keinen Bereich des Lebens ausschließt, sondern sich darüber hinaus auf alle Bereiche der Schöpfung anwenden lässt, dann nennt man diese Betrachtungsweise „holistisch“. Carl Friedrich von Weizsäcker verdeutlicht dies am Beispiel der Physik:

„Der begriffliche Kern der heutigen Physik ist die Quantentheorie. Die fundamentale Struktur der Quantentheorie ist ihr Holismus. Jede Abtrennung einer entscheidbaren Alternative, eines für sich bestehenden Objektes vom Rest der Wirklichkeit, ist nach der Quantentheorie eine Fiktion. Wollen wir begrifflich denken, experimentell-technisch arbeiten, so sind wir zu solchen Abtrennungen genötigt. Aber wir verlieren damit stets wesentliche Information, eben das Wissen vom Zusammenhang, in dem diese Information, dieses Objekt erst möglich ist. Holismus bezeichnet Denken in Ganzheiten, in der Ganzheit. So strebt auch die Physik, durch ihren eigenen Fortschritt genötigt, einem mehr integralen Bewusstsein zu.“ Carl Friedrich von Weizsäcker

Es gibt viele Wege, vom rein analytischen Denken in ein zunehmend integratives hineinzuwachsen. Eines haben alle jedoch gemein:  Besinnung und Reflektion als notwendige Voraussetzung zur Erkenntnis.

„Die gewöhnliche Überbeschäftigung des modernen Menschen in allen Gesellschaftskreisen hat zur Folge, dass das Geistige im Menschen verkümmert. Die ihm bleibende Muße, in der Beschäftigung mit sich selbst oder in ernster Unterhaltung mit Menschen oder Büchern zu verbringen, erfordert eine Sammlung, die ihm schwer fällt. Absolute Untätigkeit, Ablenkung von sich selbst und Vergessen sind ein physisches Bedürfnis für ihn. Als ein Nichtdenkender will er sich verhalten. Nicht Bildung sucht er, sondern Unterhaltung, und zwar solche, die die geringsten geistigen Anforderungen stellt.“ Albert Schweitzer

Nur wer innehält und in sich geht, kann der eigenen unbewussten Denkabläufe gewahr werden und vom unbewusst mechanischen Handeln zum bewusst verantwortlichen gelangen.

„Wenn wir alle die Evolution der Menschheit fördern und nicht nur die Früchte des Ringens der Menschheit in der Vergangenheit ernten wollen, wenn wir zur Evolution beitragen und nicht nur die Rosinen aus ihr herauspicken wollen, wenn wir an der Überwindung unserer Selbstentfremdung vom GEIST mitwirken und sie nicht einfach verewigen wollen, dann wird Meditation oder eine ähnliche wirklich kontemplative Praxis zu einem absoluten Imperativ, zu einem neuen kategorischen Imperativ. Tun wir weniger als das, dann wird unser Leben zwar nicht unbedingt zu einem bösartigen Treiben, aber doch zu einem Zustand, in dem wir einfach die Bewusstseinsebene genießen, die die Helden der Vergangenheit für uns erkämpft haben. Wir leisten selbst keinen Beitrag. Wir pflanzen nur unsere Mittelmäßigkeit fort.“ Ken Wilber

In diesem Sinne verstehen auch wir unseren Einsatz für junge Menschen und die Arbeit mit ihnen, zumal ich persönlich diese Generation für die fähigste halte, die wir je hatten…  Unsere Kinder sind unsere Zukunft. Sie treten ein schweres Erbe an, da sie die Folgen unserer Unbekümmertheit mittragen müssen. Andererseits können sie aus unseren Fehlern lernen und mit ganzer Kraft eine bessere Zukunft ansteuern. Deshalb möchten wir ihnen helfen, den richtigen Platz im Leben zu finden und Wege aufzeigen, die ihren schöpferischen Idealismus mit der materiellen Wirklichkeit verbinden.

„Wo Kraft ist, ist Wirkung von Kraft. Das Wissen vom Leben, das wir Erwachsenen den Jugendlichen mitzuteilen haben, lautet nicht: Die Wirklichkeit wird schon unter euren Idealen aufräumen, sondern: Wachset in eure Ideale hinein, damit das Leben sie euch nicht nehmen kann.“ Albert Schweitzer

„Wir sollen uns nicht ausrichten an den subjektiven Möglichkeiten, sondern an den objektiven Notwendigkeiten. Dann wachsen an den objektiven Notwendigkeiten auch unsere subjektiven Möglichkeiten.“ Dr. med. Hans Kaegelmann

Diesen Zuspruch möchte ich Ihnen, liebe Leser, zum Abschluss ans Herz legen. Möge er Ihnen die Kraft geben, sich zu engagieren und das jeweils Richtige zu tun!