Leben in Gemeinschaft

spirituell, ökologisch und sozial.

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57537 Forst-Seifen, 70 km östlich von Köln.

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Hoffnung

Sigrid Beckmann-Lamb

Es gibt Worte, die sind wie mächtige Wesen – groß, stark, fest verwurzelt, unerschütterlich. Machtvolle Verkörperungen gebündelter ordnender Kraft – Wegweiser im Dunkeln. HOFFNUNG ist ein solches Wort. Wenn wir es genau untersuchen, erkennen wir, dass es einerseits Unzufriedenheit mit einem bestimmten Zustand ausdrückt, andererseits jedoch den Glauben an eine Verbesserung in sich trägt. Es kennzeichnet eine Gemütshaltung, die beharrlich nach Lösungen sucht und trotz aller widrigen Umstände am Gedanken eines guten Ausgangs festhält.

HOFFNUNG – ein Licht, das leuchtet und Mut macht. Ein Stern, der unseren Seelenhimmel erhellt und stärkt. Heute  bedürfen wir ihrer mehr denn je, denn viele haben die Hoffnung auf eine heile Welt verloren. Selbst spirituelle Lehrer behaupten, dass Friede auf dieser Erde niemals möglich sei, weil wir Konflikte zum Wachstum benötigten. Wer so spricht, hat den eigenen inneren Frieden verloren. Er ist bei sich selbst nicht mehr zuhause. Worte wie “Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen“ oder “Ort des höchsten Friedens“ sind keine leeren Worthülsen, sondern hohe Energieträger mit einer zur Verwirklichung drängenden Kraft…

Wir dürfen auf unser eigenes Heilwerden hoffen, denn als Menschen verfügen wir über Kräfte, die uns ermöglichen, mit Herausforderungen konstruktiv umzugehen. Als denkende Wesen können wir Ursachen erforschen und Zusammenhänge erkennen. Unter dem rechten Gebrauch der Denkfähigkeit versteht sich auch die kontinuierliche gedankliche Ausrichtung auf den gewünschten Zustand. Dazu gehört auch das unbeirrte Festhalten an einem vollkommenen Plan, nach welchem wir geschaffen wurden und der offensichtlich in unserem genetischen Code einprogrammiert zu sein scheint.

Als fühlende Wesen sind wir in der Lage, Mitgefühl und Anteilnahme zu empfinden – zwei Kräfte, die Tatkraft erzeugen und handlungsfähig machen. Liebe, Freude und Barmherzigkeit sind  hohe, hehre Gefühle. Sie tragen jene Schubkraft in sich, die es uns ermöglicht, über uns hinauszuwachsen und die Kraft zu entwickeln, die das scheinbar Unmögliche realisiert. “Tut alles, was ihr tut, aus Liebe zum Guten.“ Wenn wir uns daran halten, gelangen wir zum absichtsfreien Handeln und verstricken uns nicht weiter in die Kettenreaktion von Ursache und Wirkung. „Wenn der Reagierende stirbt, kann der Agierende geboren werden“, lehrt uns der Kriya-Yoga.

In dem Maße, wie wir begrenzende Teilwahrheiten auflösen und das Entweder-oder-Denken durch ein Sowohl-als-Auch ersetzen, gehen wir über das rein intellektuelle Denken hinaus in das integrative Denken und gewinnen unsere Multidimensionalität zurück. Die innere Verbindung mit Intelligenzien anderer Ebenen wächst und wirkt inspirierend auf das eigene Tun. Durch das Bewusstmachen tabuisierter Gedanken und Gefühle und die Überprüfung auf ihre Sinnhaftigkeit entstehen Differenziertheit und Gefühlstiefe. Die Sensibilisierung unserer Fühlfähigkeit lässt uns bis ins Embryonale und Mikroorganische hineinspüren und wahrnehmen, was dort geschieht. Wir tauchen tief ins Innerste aller Dinge ein und erfahren so vom Leben im Kern, vom Inner-Irdischen… Innerirdisches und Außerirdisches haben ihre Entsprechungen in uns, sind wir als Mensch doch Mittler von Himmel und Erde. Wenn sich dieses Innere und Äußere, Männliches und Weibliches in immer geschmeidigerer und gewaltfreier Durchdringung begegnen, dann erlangen wir eine innere Freiheit, die in der Tat mit einem inneren Königreich verglichen werden kann.

HOFFNUNG – wir dürfen hoffen, weil Wissen dahinter steht und Erlösung nicht eine Frage der Möglichkeit ist, sondern allein eine Frage der Zeit. “Wir sind von allem nur durch Zeit getrennt, durch Zeit allein…“ (H. Hesse). Zeit wiederum ist keine Konstante, sondern steht und fällt mit dem Raum, den wir ihr geben. Wir sollten sehr gut prüfen, wozu wir unsere Lebenszeit einsetzen, wie wir unseren Alltag füllen und welchen Werten wir unsere kostbare Zeit zur Verfügung stellen! Das Phänomen ZEIT zeigt uns, wenn wir uns „Zeit dafür nehmen“, sein wahres Gesicht. So wie sie uns hetzen und vom Leben abschneiden kann, wenn wir uns „keine Zeit nehmen“, so kann sie uns aber auch Einsicht über unsere wahre Natur vermitteln, wenn wir uns Zeit lassen… Dann erfahren wir, was Zeitlosigkeit bedeutet und sind für diesen Moment wirklich im Hier und Jetzt. Dann wachsen wir für Momente über die duale Welt hinaus und sind jenseits von Zeit und Raum, wir sind EINS geworden…. Wo Einssein ist, herrscht Friede. Wo Friede herrscht, ist Freiheit. Wo Freiheit ist, naht Heimat…

Halten wir fest am Glauben an eine heile Welt, zumindest im Kleinen und lassen wir uns den inneren Frieden nicht rauben. Von nichts und niemandem. Es lohnt einfach nicht…!

»Die Hoffnung sieht, was noch nicht ist und was sein wird.
Sie liebt, was nicht ist und was sein wird.
In der Zukunft der Zeit und der Ewigkeit.«

Charles Peguy