Leben in Gemeinschaft

spirituell, ökologisch und sozial.

Seifen

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57537 Forst-Seifen, 70 km östlich von Köln.

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Wissenschaft vom Bewusstsein

Die Menschheit sucht

Sigrid Beckmann-Lamb

»Sehr allein bot zum Triumph ich mir an, das ideale Fehlen der Rose.

Gottfried Benn

Wir alle suchen. Ungeachtet der Tatsachen, dass die meisten Menschen gar nicht wissen, dass sie suchen, noch viel weniger, was sie suchen. Die Tatsache der Suche bleibt.

Jeder Mensch, ausnahmslos jeder sucht etwas. Er sucht das, was er verloren hat, das, was ihm fehlt. – Was suchen wir, wen oder was haben wir verloren? Uns selbst – sagen die Einen. Die Verbindung zu Gott – die Anderen. Meine Dualseele – die Dritten. Ruhm und Geld die Nächsten. Wir benennen es sehr unterschiedlich, meinen jedoch immer dasselbe. Denn ganz tief in unserem Inneren schlummert die Erinnerung an einen Zustand, der einerseits keine wie immer gearteten Wünsche, Hoffnungen oder Ängste kennt, andererseits aber geprägt ist von tiefstem Frieden, allumfassendem Erfülltsein und dem Gefühl, wieder nach Hause gekommen zu sein. Ganz gleich, nach was wir äußerlich oder innerlich zu streben vorgeben: die letzte, höchste und tiefste Erfüllung finden wir nur in jenem Zustand, der uns äußerlich vollkommen frei macht von Beschränkungen jedweder Art – Hunger, Armut, Krankheit etc. – und der uns gleichzeitig innerlich füllt mit unvergänglichem Frieden, ebensolcher Fülle, Liebe und Seligkeit.

Erst wenn beide Voraussetzungen gegeben sind, kann das eintreten, was alle Weisen  übereinstimmend sagen: die letzte Wirklichkeit ist auch die erste. Sie ist unsere wahre Heimat, unsere wahre Natur. Sie ist immerwährende Seins-Glückseligkeit, das Paradies.

Wir suchen diesen Zustand zurück zu gewinnen, weil wir ihn kennen. Wir können uns nicht nach etwas sehnen, was wir nie kennen lernten. Tief innen spüren wir, dass uns dieser Zustand unwiderstehlich anzieht, ruft, drängt, lockt. Sänger und Lied bedingen einander. Ihre Sehnsucht zueinander lässt sie schrittweise zum gemeinsamen Dritten, zum Gesang werden. Und wenn Sänger, Lied und Gesang zu Einem werden, dann ist jener Zustand wieder erreicht, in dem es kein Sehnen und kein Bangen mehr gibt. Wie sollte es ein Zweites geben, wenn wir zu EINEM geworden sind?
Partiell haben wir diese Momente mehr oder weniger lange erlebt. Die dauerhafte, unwiderrufliche Rückverbindung mit der ersten bzw. letzten Wirklichkeit ist demnach eine Frage der Zeit, nicht der Möglichkeit. Gott sei Dank!

Die Rückkehr in unser Paradies, unsere wahre Heimat, in die völlige innere Freiheit, kennzeichnet jenen Anfangs- bzw. Endzustand, der in unseren genetischen Code einprogrammiert zu sein scheint. Wir können gar nicht anders, als eines Tages wieder da anzukommen, von wo wir unseren Ausgang nahmen. Doch diesmal bewusst, wach, verstehend, wertschätzend, einsichtig und ehrfurchtsvoll.
Diese Worte seien insbesondere jenen gesagt, deren verzweifelte Suche zur einen oder anderen Sucht wurde. Nehmen wir die Sucht als Ausdruck jener schmerzlichen Verlorenheit, die uns den Mangel um so deutlicher vor Augen hält. Jede Suche, aber auch jede Sucht geht einmal zu Ende. Sie endet in dem Maße, wie es gelingt, uns schrittweise wieder auf unser wahres inneres Wesen, unseren wahren Kern, unsere eigene tiefstinnere Wirklichkeit zu besinnen.
Ein langer Weg, gewiss – aber wir kommen an. Ich wünsche uns allen, dass wir die Phasen der Einheit mit dem, was uns fehlt, immer häufiger und länger erfahren!

Aber das Herz ist eine
ausgeschickte Taube, gezeichnet mit einem Ring an den Füßen,
und muss heim, muss den Weg finden auch mit zerfetzten Flügeln und blinden Augen,
muss heim, heim, wieder heim zu sich selbst.
Max Bollinger