Sigrid Beckmann-Lamb

Vision einer Welt von morgen

D a n k s a g u n g
an
Rechtsanwalt Günter Herrmann

Es ist unermesslich, was dieser Mann für Mensch, Tier und Natur getan hat.

Nach 10-jährigem Rechtsstreit - davon die ersten sieben Jahre im völligen Alleingang - hat der Rechtsanwalt Günter Herrmann vor dem Europäischen Gerichtshof mit Erfolg gegen die Zwangsbejagung auf den eigenen Wiesen geklagt. Was es bedeutet, einen solchen Weg alleine durch all die Instanzen gegangen zu sein, kann sich jeder vorstellen.

Dafür möchten wir ihm unsere Hochachtung aussprechen!


Sollten Sie beim Austritt aus der Jagdgenossenschaft Hilfe benötigen, so würden wir Ihnen empfehlen, Kontakt mit Herrn Rechtsanwalt Dominik Storr aufzunehmen, der Herrn Herrmann bei der Klage am Europäischen Gerichtshof erfolgreich zur Seite stand. Herr Storr hat zugesichert, dass er für die Grundstückseigentümer die entsprechenden Anträge bei den Jagdbehörden zu einem kostengünstigen Preis stellen wird. www.buergeranwalt.com

Der Arbeitskreis Tierschutz hat auch einen Link erstellt, auf dessen Seite man die Anträge zum Austritt aus der Jagdgenossenschaft herunterladen und selbst ausfüllen kann. Musterantrag


Evolutionsbiologe Prof. Dr. Josef H. Reichholf:Dr. Reichholf

In jagdfreien Zonen könnten die Menschen unsere heimische Tierwelt wieder aus der Nähe bestaunen.
DER SPIEGEL führte ein Interview mit dem Zoologen und Evolutionsbiologen Prof. Dr. Josef H. Reichholf über das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, nach dem deutsche Grundstückseigentümer die Jagd auf ihrem Land nicht mehr dulden müssen. Der renommierte Zoologe bezeichnet das Revierjagdsystem als »ein Relikt aus der Feudalzeit, denn es beinhaltet die Herrschaft des Jägers über den Grund und Boden anderer«.
(SPIEGEL Nr. 27 vom 2.7.2012, S. 103)
Auf die SPIEGEL-Frage, was passieren würde, wenn viele Grundbesitzer die Jagd bei sich verböten und ob die Wildschäden zunehmen würden, antwortet der Zoologe: »Nicht unbedingt, eher gingen sie sogar zurück, denn durch Hegemaßnahmen wie Winterfütterung halten die Jäger die für den Abschuss attraktiven Wildbestände künstlich hoch. Während wenige Arten gepäppelt werden, wird das Raubwild viel zu stark dezimiert...«
Die Tierbestände würden auf ein natürliches Maß zurückgehen und seltenere Arten wie der Feldhase würden profitieren. Und: »Das Wild würde in jagdfreien Zonen weniger scheu werden. Die Menschen könnten wieder aus der Nähe unsere heimische Tierwelt bestaunen.«
Die Natur regelt das Gleichgewicht selbst

Aber die Jäger behaupten doch, dass sie den Wald vor den Rehen schützen müssten? Prof. Dr. Reichholf meint nein, denn die Natur ist von Natur aus veränderlich, dynamisch. Sie regelt sich selbst, und so schwanken die Bestände und die Arten je nach Klima oder Veränderung des Lebensraumes ganz natürlich.
»Ein anhaltend hoher Jagddruck von rund einer Million abgeschossener Rehe pro Jahr hat den Bestand nicht auf gewünschte Höhe reguliert, sondern auf hohem Niveau hoch produktiv gehalten.« Durch den hohen Jagddruck werde Flexibilität, Mobilität und Scheuheit der Rehe erhöht, schreibt Reichholf in seinem Buch »Rabenschwarze Intelligenz - Was wir von Krähen lernen können« (2009).
Prof. Dr. Josef Reichholf vertritt die Auffassung, dass die Natur das Gleichgewicht selbst regelt: »Die richtige Wilddichte könnte sich ganz von selbst einstellen, wenn die Tiere, wie z.B. das Reh, nicht durch Bejagung und Wildfütterung in den Wald hineingedrängt würden.« (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)
Jagd: »Artenfeind Nr. 2«

Die Zukunft der Arten gilt als hochgradig bedroht. Viele Pflanzen- und Tierarten, die früher selbstverständlich waren, kommen gegenwärtig nur noch selten vor oder sind vollständig verschwunden. So gilt rund die Hälfte der mitteleuropäischen Arten als gefährdet. Die Roten Listen werden von Jahr zu Jahr länger. Aus ihnen geht hervor, dass der Artenschutz in den letzten 30 Jahren weitgehend erfolglos blieb - trotz der ungezählten Anstrengungen von Natur- und Tierschützern.
Prof. Dr. Josef Reichholf, der an beiden Münchner Universitätet lehrte, kam bei seinen langjährigen Forschungen zu dem Ergebnis, dass die Jagd - nach der industriellen Landwirtschaft - der »Artenfeind Nr. 2« ist.
Der Wissenschaftler weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass in der bevölkerungsreichsten deutschen Stadt Berlin sich die größte Artenvielfalt an Tieren findet. In Berlin sind Tiere heimisch, die in der freien Natur aufgrund des hohen Jagddruckes ganz oder teilweise schon verschwunden sind. Dies gilt auch für andere deutsche Großstädte wie München, Hamburg oder Köln. (Josef H. Reichholf: Die Zukunft der Arten - Neue ökologische Überraschungen. Verlag C.H.Beck, München, 2005)

Der Zoologe Prof. Dr. Josef H. Reichholf zählt zu den prominentesten Naturwissenschaftlern Deutschlands. Er leitete an der Zoologischen Staatssammlung München die Hauptabteilung Wirbeltiere und lehrte 20 Jahre Ökologie und Evolutionsbiologie der Vögel an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Für seine Forschung und seine Publikationen wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Quelle: www.freiheit-für-tiere.de


Deutscher Jagdgegner und Wiesenbesitzer bekommt Recht

Menschenrechtsgericht: Kläger muss Jagd nicht dulden

Im zweiten Anlauf hat ein deutscher Grundbesitzer und überzeugter Jagdgegner vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einen Sieg davongetragen. Der Mann könne nicht dazu gezwungen werden, auf seinem Grundstück die Jagd zuzulassen, befand die Große Kammer des Straßburger Gerichts mit neun gegen acht Stimmen.

Die Kammer rügte damit das Bundesjagdgesetz, wonach Eigentümer von Grundstücken unter 75 Hektar automatisch Mitglied in einer Jagdgenossenschaft sind. Wenn sie nicht selber jagen, müssen sie andere Jäger auf ihren Revieren zulassen. Dies sei eine "unverhältnismäßige Belastung", befand das Gericht. Das Urteil muss nun von Deutschland umgesetzt werden.

Der Kläger besitzt in Rheinland-Pfalz zwei Grundstücke einer Größe von weniger als 75 Hektar. Nach dem Bundesjagdgesetz muss er die Jagd in seinen Revieren dulden, obwohl er diese aus ethischen Gründen ablehnt. Dagegen zog er in Deutschland vergeblich durch alle Instanzen bis vor das Bundesverfassungsgericht, das seine Beschwerde im Dezember 2006 nicht annahm. Das Bundesjagdgesetz ziele auf die Erhaltung eines artenreichen und gesunden Wildbestandes ab, argumentierten die Karlsruher Richter.

Diesem Argument schloss sich im Januar vergangenen Jahres eine kleine Kammer des Gerichtshofs für Menschenrechte an und wies die Beschwerde ebenfalls zurück. Der Jagdgegner rief daraufhin die Große Kammer an. Er verwies dabei auf zwei frühere Urteile, in denen der Straßburger Gerichtshof 1999 und 2007 zugunsten von Jagdgegnern in Frankreich und Luxemburg entschieden hatte.

Bei einer Anhörung vor dem Gerichtshof im vergangenen November hatte die Rechtsvertreterin der Bundesregierung die deutschen Vorschriften verteidigt. Ziel sei es, einen ausgeglichenen Wildbestand und ein ökologisches Gleichgewicht zu erhalten. Das allgemeine Interesse stehe dabei über dem Interesse einzelner Bürger.

Der Anwalt des Klägers, Michael Kleine-Cosack, sagte dagegen, bisher sei in keiner empirischen Studie nachgewiesen worden, dass die Jagd zum Erhalt des ökologischen Gleichgewichts notwendig sei. In zahlreichen europäischen Ländern seien Grundbesitzer nicht verpflichtet, in ihren Revieren Jäger zuzulassen oder gar selbst Mitglied von Jagdvereinen zu werden. Nichts deute darauf hin, dass dies dem Wildbestand schade.

Die große Kammer des Straßburger Gerichts argumentierte nun, die Situation in Deutschland unterscheide sich nicht grundsätzlich von der in Frankreich und Luxemburg. Dass deutsche Grundbesitzer für die erduldete Jagd eine Entschädigung verlangen können, ändere daran nichts. "Tiefe persönliche Überzeugungen" seien nicht durch Entschädigungszahlungen aufzuwiegen. Im übrigen berücksichtige das Bundesjagdgesetz "ethische Überzeugungen von Grundeigentümern" nicht, die die Jagd aus Gewissensgründen ablehnen, rügte der Straßburger Gerichtshof.

Quelle: http://de.nachrichten.yahoo.com/deutscher-jagdgegner-waldbesitzer-bekommt-recht-153144124.html

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